D’Päerdsstad Dikrich?
Übersetzt aus dem Luxemburgischen: „Die Pferdestadt Diekirch?“ Da haben wir ebenfalls gestaunt! Bekannt ist dieses liebenswürdige Städtchen (ca. 7300 Einwohner) durch die Esel. Überall sind sie zu finden, den für die Hilfe der Esel bei den Bauern und in den Weinbergen, sind die Einwohner Diekirchs dem Arbeitstier bis heute dankbar.

Das es allerdings neben einem Straßen Parkour auch drei weitere Pferderennbahnen gab (zwischen 1895 und 1956) war uns neu und natürlich mussten wir dieses sehr informative und reich bebilderte Buch von Ern Breuskin mitnehmen.
Eine kurzer Inhaltsbeschreibung in eigenen Worten:
Am 8. September 1895 fand das erste Pferderennen in Luxemburg auf der „Lorenzwues“ in Diekirch statt.
Nach einem verhaltenen Beginn der Pferderennen Anfang 1900, steigerte sich nach dem 1. Weltkrieg das Interesse am Pferderennsport. Bis zu 7000 Menschen besuchten das erste Nachkriegsrennen in Diekirch, bevor 1922 erst einmal wieder Schluss war.
Ein Neubeginn folgte durch den neu gegründeten „Cercle hippique et Sportif“ mit einem neuen Rennfeld und einem Renntag, der am 29. Juli 1928 etwa 15.000 (!) Besucher zählte.
Mitte der 30er Jahre versuchte man die Attraktivität noch mit Hunderennen zu steigern, dies blieb allerdings nur auf das Jahr 1936 beschränkt.
Hersteller von Sulkys in Diekirch war die Garage Jean Wagner. Diese beherbergt heute das Nationale Konservatorium für Historische Fahrzeuge Diekirch.


Nach dem 2. Weltkrieg, ab dem Jahr 1948, konnte das Hippodrom nicht mehr genutzt werden und man entschied sich, die Pferderennen in den Straßen von Diekirch auszutragen.
Was für eine logistische Herausforderung! 1.700 Meter Rennstrecke wurden zentimeterhoch mit Sand und Kies bestreut (rund 400 Tonnen Material) und mussten anschließend auch wieder abgetragen werden.
Auch hier wurden am Renntag zwischen 12.000 und 15.000 Zuschauer gezählt an der Strecke. Im Hintergrund wurden die verpachteten Flächen des ehemaligen Hippodroms wieder zurück gekauft, so das 1950 die Pferderennen wieder an der Felser Straße statt finden konnten.
1953/54 verband man die Renntage mit Auto-Shows, sowie Modevorführungen.
Die letzten Trab- und Galopprennen fanden im Mai 1956 statt.
Aufgrund mangels Interesse der Zuschauer, sowie zu hohe Unkosten wurden die Diekircher Pferderennen eingestellt.
Wenn wir jetzt nach Diekirch fahren und am Sportzentrum vorbei kommen, denken wir an die Zeit der Pferderennen und stellen uns vor, wie es damals wohl gewesen war.
Das Buch mit der ISBN 978-99959-0-858-4 wurde herausgegeben von der Gemeinde Diekirch und ist u. a. in der Buchhandlung Zimmer erhältlich.
